Aufbauen, Rohstoffe gewinnen, Abenteuer bestehen: Als Held hat man es nicht leicht, sondern muss sich eigentlich um so ziemlich alles kümmern. Zu dieser Erkenntnis kommt zumindest unser Nachwuchs-Wikinger in Cultures Online. In dem strategischen Rollenspiel ist man das Mädchen für alles. Ein Erfahrungsbericht über die ersten Schritte in dem Browsergame.
Jede Siedlung braucht einen Helden. Für ein kleines Dorf im hohen Norden bin ich das. Allzu erfahren bin ich noch nicht, aber dennoch ruht die Hoffnung der ganzen Siedlung auf mir und meiner Muskelmasse. Ich soll in die Fußstapfen des großen Leif Erikson treten.
Und damit mir das so leicht wie möglich fällt, bringt mir Leifs Sohn, der pfiffige Bjarni, alles bei, was man als Held so wissen muss. Schnell wird klar: In diesem Dorf läuft es nur rund, wenn ich alles selbst in die Hand nehme.
Ich errichte eine Holzfällerhütte und einen Steinbruch, in der Hoffnung, dass die örtlichen Arbeiter sich flugs an die Arbeit begeben werden. Aber Pustekuchen. Ich muss schon selbst ran, wenn ich möchte, dass mein Dorf genügend Rohstoffe zur Verfügung hat. Also schufte ich im Steinbruch, kloppe dort Steine, fälle anschließend Bäume. Währenddessen gehen die Dorfbewohner gemütlich spazieren… als Held hat man es nicht leicht.
Die Doppelbelastung merke ich auch wenige Minuten später. Offensichtlich ist es nicht nur meine Pflicht, Gebäude zu bauen, in den Arbeitsstätten Rohstoffe abzubauen, nein, obendrein soll ich mich auch noch auf Expeditionen begeben und Abenteuer bestehen. Nein, als Held hat man es ganz bestimmt nicht leicht.
Aber man erwartet das von mir. Also geht es raus in die Eiseskälte. Mit meinem Drachenschiff segel ich nach Reykjavik. Ein paar Wikingerfreunde haben mich auf ein Abenteuer geschickt. Ich soll – bitte nicht lachen! – einen alten Pinguin verprügeln. Das klingt harmloser als es ist. Ganz ehrlich! Der Pinguin ist nämlich bösartig und obendrein bewaffnet. Dennoch: Ein paar Hiebe mit meiner Zweihandaxt und der Pinguin ist hinüber. Ich komme aber auch nicht ganz ungeschoren davon. Den ein oder anderen Kratzer habe auch ich abbekommen.
Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Ich steige eine Stufe auf und verbessere meine Ausdauer – damit ich für den nächsten Kampf gewappnet bin.
An eine erholsame Pause ist allerdings ohnehin nicht zu denken. Das Dorf braucht dringend weitere Gebäude. Neuerdings möchten die Bewohner, dass sich unser Städtchen mehr in der Forschung engagiert. Ja, sagt mal…Geht’s noch?! Aber ein echter Held nörgelt nicht. Ich errichte eine Alchemistenstube und zudem noch einen Pub. Puh! Jetzt habe ich mir aber erstmal etwas verdient.

Neue Helden im Anmarsch: Im Pub engagiere ich einen weiteren Abenteurer, damit nicht alles an mir hängen bleibt.
Ich statte dem Tante-Wiki-Shop einen Besuch ab. Dort gibt es schicke neue Helden-Items, die meisten davon sind mit meinem sparsamen Helden-Budget jedoch noch nicht wirklich bezahlbar. Ich kaufe mir einen Schild. Zur besseren Verteidigung, versteht sich. Nur doof, dass mir zehn Sekunden nach Kauf einfällt, dass ich ja ein Zweihandkämpfer bin und mir ein Schild entsprechend gar nichts bringt, da ich es ja ohnehin nicht tragen werden. Mist. Was für eine Geldverschwendung. Und der Händler würde das Schild nur zu einem Viertel des Kaufpreises zurücknehmen. Halsabschneider!
Dann doch lieber auf Expedition gehen. Man munkelt, dass Reykjavik derzeit von einem Fiesling terrorisiert wird. Klingt nach dem richtigen Job für mich. Vorher habe ich jedoch einen genialen Einfall. Im örtlichen Pub rekrutiere ich einen Co-Helden. Verschiedene Möchtegern-Abenteurer bieten dort ihre Dienste an. Ich engagiere schnell den günstigsten der vielen Freiwilligen und verfrachte ihn in den Steinbruch. Das Steinekloppen habe ich mir damit erstmal vom Hals geschafft. Und so kann ich mich in aller Ruhe auf die nächste Expedition begeben. Macht’s gut, liebe Dorfbewohner. Ich mache mich dann mal aus dem Staub!


